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Steillagenweinbau schafft Vielfalt –
Das Moselprojekt

Aktuell

 

26.10.2017

Link zu kurzem Videoclip       Funkgesteuerte Mulchraupe

Rebbrachenpflege mit funkgesteuerter Raupe

Für einen Mulchgang auf  bereits einmal im vergangenen Winter entbuschten Rebbrachen setzte das beauftragte Unternehmen eine ferngesteuerte kleine und sehr wendige Mulchraupe ein. Das Ergebnis war hervorragend! Zusätzliche Freischneiderarbeiten entlang von Trockenmauern stellten auch diese wieder frei – und so wurden zahlreiche Meter Mauer und Hektar Fläche wieder zu wertvollen Lebensräumen für wärmeliebende Reptilien, Insekten und Pflanzen des Offenlandes. Gleichzeitig erreicht diese Brachflächenpflege eine Aufwertung der angrenzenden Rebflächen und des Landschaftsbildes der Weinkulturlandschaft.

In der Steillage ein tolles Gerät für die Brachflächenpflege: eine funkgesteuerte Mulchraupe.

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20.10.2017

Teilerfolg: Keimen der Zwischenzeilenansaat

Nach laufender Beobachtung der im April/Mai 2017 ausgebrachten Zwischenzeilen­ansaat ist nun Erfolg zu verzeichnen:

Die Ansaat der blütenreichen ausdauernden Mischung aus Saatgut aus der Region erfolgte bei trockenem Wetter, das auch anschließend noch weitere 3 Monate anhielt. In Verbindung mit extremer Hitze stellte es einen für alle landwirtschaftlichen Kulturen denkbar ungünstige Witterungsverlauf dar. Das Niederschlagsdefizit betrug zeitweise Minus 80 Prozent, bei gleichzeitig um 20 % höheren Sonnenstunden und bis Juli um 1 Grad C höherer Durchschnittstemperatur, immer im Vergleich mit dem vieljährigen Mittel. Erst Mitte Juli regnete es reichlich und anhaltend, dennoch ist bis September noch ein Niederschlagsdefizit von etwa 8-15 % zu verzeichnen. Der Regen kam zur Unzeit, zur Reifezeit der Trauben. Diese begann im Schnitt um drei Wochen vor den Durchschnittstermin und damit historisch früh. Die Lese-Erträge fielen deutlich geringer aus als in den Vorjahren (auch bedingt durch Trockenheit und Spätfrost im April), die Trauben hatten aufgrund der feuchten Wetterlage ab August zunehmend mit Pilzkrankheiten zu kämpfen.

Doch zurück zur blütenreichen Zwischenzeilenansaat: bis August war kein Keimerfolg zu verzeichnen. Die jeweiligen Winzerinnen und Winzer hielten sich dennoch an die Pflegevorgabe, die angesäten Reihen erst ab Anfang Juli zu mähen oder zu walzen. Dadurch konnte sich in diesen Zwischenzeilen die natürliche Spontanvegetation ungestört entwickeln. Mancher Winzer äußerte ab August seine Genugtuung, er sei froh über jede Art von Zwischenzeilenbegrünung, sie reduziere das Wasserangebot für die Trauben.

Nun im Oktober kann zumindest in feinerdereichen Lagen ein Keim- und Aufwuchserfolg folgender Blühpflanzen aus der „Moselprojekt-Saatmischung“ verzeichnet werden:

Gewöhnliche Schafgarbe, Natternkopf, Labkraut, Gewöhnliches Ferkelkraut, Dost, Spitzwegerich, Weiße Lichtnelke, Taubenkropf-Leimkraut und Kleiner Wiesenknopf sind nun in den Herbstmonaten deutlich gehäuft in den mit der Moselprojekt-Zwischenzeilenmischung angesäten Reihen aufzufinden.

Somit haben sich zumindest die Pioniere noch im Jahr 2017 gezeigt. Es bleibt die Hoffnung, dass sich im kommenden Frühjahr die noch fehlenden der insgesamt 24 verschiedenen regional beheimateten Blühpflanzenarten der eigens entwickelten Saatgutmischung entwickeln.

Im Vergleich zur Nachbarzwischenzeile zeigt sich hier eine deutlich erhöhte Artenvielfalt.

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05.10.2017

Gemeinsam Artenvielfalt wahren und fördern

Bereits im Februar 2017 waren einige Winzerinnen und Winzer sowie Landwirtinnen und Landwirte der Einladung des Deutschen Bauernverbands gefolgt, um gemeinsam Möglichkeiten zu erarbeiten, wie der landwirtschaftliche Berufsstand zum Erhalt und zur Förderung der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft beitragen kann. Zum Workshop „Gemeinsam Artenvielfalt wahren und fördern“ am 24./25. August 2017 auf der Marienburg bei Zell/Mosel fand sich erneut eine kleine, aber sehr interessierte und engagierte Gruppe von Winzerinnen und Winzern zusammen, um an dieser Themenstellung weiter zu arbeiten. Das Gros dieser Gruppe konnte bereits Erfahrungen mit Naturschutzmaßnahmen im Weinbau sammeln: Viele führen bereits Maßnahmen im Rahmen des Projektes des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Nassau „Steillagenweinbau schafft Vielfalt – das Moselprojekt“ durch oder arbeiten mit Forschungseinrichtungen zusammen.

Diskutiert wurden die Erfolge und Chancen der Naturschutzmaßnahmen und deren Verstetigung. Außerdem wurde der Frage nachgegangen, wie sich die Moselregion im Bereich des Naturtourismus besser präsentieren kann. Auch der starke Wunsch mit Gleichgesinnten mehr Wissensaustausch betreiben und das eigene Wissen ausbauen zu können wurde thematisiert.

Der Workshop fand als Veranstaltung des Verbundprojektes „Lebendige Agrarland­schaften“ des Deutschen Bauernverbands statt. Dieses wird wie das Projekt „Steillagenweinbau schafft Vielfalt – das Moselprojekt“ im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit sowie mit Mitteln der Landwirtschaftlichen Rentenbank gefördert. Als Ergebnis der gemeinsamen Überlegungen der eineinhalb Workshop-Tage kristallisierte sich folgendes heraus:

Die Stärke der Moselregion – Urlaubsregion Nummer Eins für Weintourismus in Deutschland zu sein – muss unbedingt erhalten bleiben und mit Fachkompetenz, Identifikation und Engagement der Winzerinnen und Winzer lebendig gestaltet werden. Dafür sind Selbstbewusstsein und Mut, die eigene Region mit Stolz zu präsentieren, genauso wichtig wie Qualitäts- und Servicebewusstsein sowie Wissen über die Weinkulturlandschaft und deren Besonderheiten.

Über die herausragenden Merkmale des Moselweins und die Schätze, die Flora und Fauna an der Mosel zu bieten haben, muss noch viel mehr gesprochen werden. Die Kultur- und Weinbotschafter und NaturErlebnisBegleiter leisten hier bereits hervorragende Arbeit. Ebenso die Winzerbetriebe, die mit ihren Gästen bei Weinbergführungen auf den Wein und den Weinberg als Lebensraum eingehen. Einig war sich die Arbeitsgruppe bei diesem Workshop, dass diese Fachkompetenz sowie die Zahl der Menschen, die sich hiermit befassen, größer werden muss.

Hierzu bedarf es der Stärkung des Gemeinschaftsgefühls der Winzer und Winzerinnen, eines kollektiven Gefühls von Stolz auf die Moselregion verbunden mit einem starken Sendungsbewusstsein. Es muss offensichtlich werden, dass die Mosel nicht nur Wein zu bieten hat, sondern auch eine einzigartige und atemberaubend schöne Landschaft. Viele Pflanzen und Tiere kommen teilweise sogar europaweit nur hier in dieser Vielfalt vor. Die ganze Region muss als spannende und wertvolle Erlebnisregion bekannter werden. Die Artenvielfalt und die besondere Kulturlandschaft sollten als großes Plus der Region stärker vermarktet werden. Moselwein zu kaufen bedeutet auch gleichzeitig Landschaftspflege – das muss jede Winzerin, jeder Winzer kommunizieren! In Hinblick auf ein noch zu schaffendes berufsständisches Netzwerk für den Informations- und Wissensaustausch zu Naturkunde- und Naturschutzthemen erklärten zahlreiche Winzerinnen und Winzer ihr Interesse, Teil und Botschafter dieses Netzwerks zu werden.

Deutlich wurde auch, dass ein „Natururlaub Mosel“ als eigene Rubrik auf entsprechenden Internetseiten auffindbar und buchbar sein muss. Hierzu gibt es in der Moselregion bisher offensichtlich keine Plattform. Darüber hinaus wird das Projektteam des Moselprojekts „Steillagenweinbau schafft Vielfalt“ verstärkt Fachvorträge, -führungen und Fachbeiträge als Fortbildungsangebot zu naturkundlichen Themen anbieten. Angestrebt wird seitens des Projektes eine bessere Kooperation  mit Schulen gleichermaßen wie mit der Tagespresse. Aber auch die Winzerinnen und Winzer sollen dabei helfen, den Schatz der Vielfalt im Weinkulturland Mosel stärker zu kommunizieren.

Das Ziel ist die Multiplikation des Wissens!

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10.05.2017

Untersuchungen beweisen: Steillagenweinbau schafft Vielfalt!

Ob Steillagenweinbau tatsächlich biologische Vielfalt schafft, wurde im Jahr 2016 auf ausgewählten Flächen im gleichnamigen Projekt des Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e. V. untersucht. Jetzt liegen die Ergebnisse vor: Sie sind nicht nur umfassend, sondern auch erfreulich und teils erstaunlich.

Im Auftrag des Projektes „Steillagenweinbau schafft Vielfalt – das Moselprojekt“, das durch das Bundesprogramm Biologische Vielfalt und durch Zuschüsse der Landwirtschaftlichen Rentenbank gefördert wird, wurden im Jahr 2016 auf 20 ausgesuchten Flächen Bestandsaufnahmen von Flora und Fauna durchgeführt. In mehreren Durchgängen hat ein Biologenteam Pflanzen und die Tiergruppen Reptilien, Tagfalter, Wildbienen und Heuschrecken erfasst. Die Untersuchung fand auf Steillagenflächen an der Mosel in den Landkreisen Mayen-Koblenz, Cochem-Zell und Bernkastel-Wittlich statt, in denen seit 2017 Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt umgesetzt werden. Die Wissenschaftler haben dabei bewirtschaftete Rebflächen mitsamt ihrer Ränder ebenso untersucht wie Rebbrachen und Säume in Verbindung mit Mauern.

Das Ergebnis dieses so genannten „Monitorings“ war durchaus ermutigend: Die Moselweinkulturlandschaft mit ihrem Mosaik aus verschiedenen Lebensräumen weist eine große Artenvielfalt auf, wie die qualitativen und quantitativen Erfassungen der repräsentativen Tiergruppen belegen. Der Steillagenweinbau trägt ganz erheblich zu dieser Vielfalt bei. Er schafft einen offenen Lebensraum, der für viele Tierarten bevorzugtes Habitat ist: eine kleingegliederte Landschaft mit zahlreichen Strukturen wie Mauern, offenem Fels, Säumen und Gebüschstrukturen auf den Brachflächen oder auf Felspartien.

Exemplarisch wird hier über einige Ergebnisse der Erfassungen im Beobachtungszeitraum April bis September 2016 auf den 20 Monitoringflächen des „Moselprojekts“ berichtet:

  • Drei verschiedene Reptilienarten wurden bei den Begehungen beobachtet: Mauereidechse, Schlingnatter und Ringelnatter.
  • 46 Tagfalter-Arten wurden gesichtet: Die sieben häufigsten Vertreter waren: Kleiner Kohlweißling, Mauerfuchs, Admiral, Rotbraunes Ochsenauge, Zitronenfalter, Distelfalter, Kleiner Fuchs. An den Randzonen von Rebbrachen in Verbindung mit Trockenmauern oder Saum waren die meisten Schmetterlingsarten zu finden.
  • 18 verschiedene Heuschrecken-Arten wurden beobachtet. Die sieben am weitesten verbreiteten Arten darunter waren: Nachtigall-Grashüpfer, Brauner Grashüpfer, Weinhähnchen, Grünes Heupferd, Gewöhnliche Strauchschrecke, Waldgrille und Rotflügelige Ödlandschrecke. Die größte Artenvielfalt herrschte hier an Mauern und darüber blühenden Säumen, gefolgt von Rebbrachen.
  • 114 verschiedene Bienen- und Wildbienenarten konnten erfasst werden. Die sieben häufigsten Arten waren: Honigbiene, Dunkelgrüne Schmalbiene, Steinhummel, Breitkopf-Schmalbiene, Ackerhummel, Helle Erdhummel und Wiesenhummel. Ein Blick auf die Verteilung der bemerkenswerten Arten auf die bearbeiteten Kreise offenbart, dass zwölf der insgesamt 19 Spezies nur oder auch auf dem Gebiet des Kreises Mayen-Koblenz vorkommen, während entsprechend jeweils sechs andere Wildbienenarten den Kreisen Bernkastel-Wittlich und Cochem-Zell zuzuschreiben sind. Die Häufung solcher Arten in dem der Moselmündung nächstgelegenen Flussabschnitt im Kreis Mayen-Koblenz ist nicht allein durch die Qualität der Lebensräume begründbar, sondern auch eine Folge der Zuwanderung aus dem Mittelrheintal. Beachtlich ist, dass im Rahmen der Untersuchung zwei Wildbienenarten zum ersten Mal an der Mosel entdeckt wurden: Thyreus orbatus, die Fleckenbiene und Lasioglossum tricinctum, eine submediterrane Furchenbiene.
  • Insgesamt hat das Biologenteam 346 verschiedene Arten von Kräutern, Gräsern und Gehölzen erfasst, darunter auch sieben Farnarten. Manche Pflanzenarten sind auf fast allen untersuchten Flächenvertreten, das Rennen machen hier: Wilde Möhre, Gekielter Feldsalat, Behaarte Wicke, Tüpfel-Johanniskraut, Feld-Klettenkerbel, Kletten-Labkraut und Gewöhnliches Bitterkraut.  Die Vielfalt innerhalb einiger Pflanzengattungen ist groß: Bei den Vegetationsaufnahmen konnten auf allen Monitoringflächen insgesamt neun Storchschnabelarten, je fünf Arten von Wolfsmilchgewächsen, Weidenröschen und Ehrenpreis sowie auch fünf verschiedene Malvenarten erfasst werden, außerdem je vier verschiedene Arten von Königskerzen, Fetthennen und Fingerkräutern und fünf Arten von Streifenfarn. Die häufigsten Gräser waren: Taube Trespe, Gewöhnliches Knaulgras, Glatthafer, Weiche Trespe, Deutsches Weidelgras, Hain-Rispengras und Wiesen-Rispengras. Die Spezialisten konnten alleine sechs verschiedene Arten von Rispengräsern bestimmen. Die sieben am weitesten verbreiteten Gehölze waren: Echte Brombeere, Gewöhnliche Waldrebe, Hundsrose, Felsen-Kirsche, Schlehe, Weißdorn, Efeu und Traubeneiche.
  • Erstaunliches und erfreuliches Ergebnis der Vegetationsaufnahme war, dass die größte Pflanzenvielfalt in den bewirtschafteten Rebflächen festgestellt wurde. Hier konnten alleine in den bewirtschafteten Rebzeilen bis zu 86 verschiedene Pflanzenarten erfasst werden – mehr als in allen begutachteten Brachflächen. Dazu kommen noch die Pflanzenarten, die im Saum, an Felsen oder Mauern wachsen. So konnten in einer stark strukturiereten bewirtschafteten Rebfläche insgesamt 159 verschiedene Farn- und Blühpflanzen nachgewiesen werden. Somit ist offensichtlich, dass der Steillagenweinbau die floristische Biodiversität unterstützt. Dabei waren die Artenzahlen durchaus unterschiedlich, was unmittelbar mit der Intensität der Bewirtschaftung zusammenhängt. In fast allen Rebflächen konnten vor allem Vertreter der Ruderal- und Ackerunkrautgesellschaften vorgefunden werden. Hierzu zählen Gräser, Taubnessel, Kreuzkraut, Löwenzahn, Brennnessel, Nachtschatten und Hahnenfuß. In extensiv bewirtschafteten Rebflächen wurden zusätzlich auch Wiesenpflanzen aufgefunden, beispielsweise Margerite, Wiesenschaumkraut und Hornkraut.

Auffallend ist, dass die an der Untermosel liegenden Monitoringflächen eine höhere Vielfalt an Strukturen und eine größere Artenvielfalt sowohl bei Tiergruppen als auch bei Pflanzenarten aufwiesen. So liegt die Schlussfolgerung nahe, dass Lebensraumvielfalt und Strukturreichtum der Grund für die größere Zahl vorgefundener Arten sind.

Steillagenweinbau schafft Vielfalt – das Moselprojekt unterstützt die biologische Vielfalt zusätzlich mit seinen Maßnahmen, denn diese haben vor allem die Erhöhung der Lebensraumvielfalt und des Blühpflanzenangebots zum Ziel.

Die strukturreiche Weinkulturlandschaft an der Untermosel zeichnet sich durch eine vergleichsweise hohe Artenvielfalt aus.

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06.04.2017

Zwischenzeilenbegrünung ist angesät

Die warmen Frühlingstage Ende März bis Anfang April boten die Gelegenheit, in den Rebflächen die geplante Zwischenzeilenansaat durchzuführen. Diesen Moment hat das Team des Moselprojekts „Steillagenweinbau schafft Vielfalt“ lange herbeigesehnt. Viel Vorarbeit war schon in die Zusammensetzung der Saat­gut­mischung und in die Beschaffung des Saatguts geflossen. Nun war es also endlich so weit: Der Schritt von der Theorie in die Praxis konnte gemacht werden.

Die Ansaat wurde von regionalen Lohnunternehmen durchgeführt. Jedes davon verfügt über eine individuelle technische Ausrüstung, jedes Unternehmen musste sich eigens auf die dünne Ansaat der blütenreichen Wildkräutermischung einstellen. Zuerst wurden jeweils Trockenversuche unternommen, um das technische Equipment – Kombinationen von Sä- oder Düngegeräten mit Spurenlockerern und Walzen oder Kombinationen von Kreiselegge, Sämaschine und Stabwalze – auf die spezielle Anforderung einzustellen. Ein Gramm Saatgut lässt sich weder maschinell noch manuell genau ausbringen, also war seitens des Saatgutlieferanten bereits Füllstoff im Verhältnis 1:2 zugemischt worden. Für die Unternehmen, deren Geräte die Ansaat nur in höherer Ausbringmenge durchführen können, wurde weiterer Füllstoff vor Ort zugemischt. Die Lockerung des Bodens war teilweise bereits vorab in einem eigenen Arbeitsgang erledigt worden. Die Entscheidung, ob bei Berg- oder Talfahrt gesät wurde, hing ebenfalls von der technischen Ausrüstung, aber auch von der Steigung der Rebfläche ab. Bei der Ansaat mit dem Raupenmechanisierungs­system kam nur die Bergfahrt in Frage. Bewährt hat es sich, das Saatgut für jedes Flurstück zu portionieren – so ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass alle Flurstücke in etwa gleicher Ansaatstärke angesät werden. Bei Ansaat in Handarbeit war es am besten, das Saatgut vorher für die einzelnen Reihen einzuteilen, um eine relativ gleichmäßige Ansaat zu gewährleisten.

Nun hoffen die Winzerinnen und Winzer und mit ihnen das Projektteam auf baldigen wohldosierten Regen, der das Saatgut zum Auflaufen und Wachsen bringen soll.

Ansaat der blütenreichen Zwischenzeilenbegrünung mit schmalen selbstfahrenden Weinbergstraktoren…

… oder mit dem Raupenmechanisierungssystem


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10.02.2017, Bernkastel-Kues

Was blüht in meinem Weinberg?
Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau stellte in einer Informationsveranstaltung die Blühpflanzen vor, die in der geplanten Saatgutmischung für Saum- und Rebzeilenbegrünung vorgesehen sind und im Frühjahr 2017 zur Aussaat kommen sollen. Darüber hinaus wurde ein floristischer Abriss über den Lebensraum Weinberg geboten. Abgerundet wurde die Veranstaltung mit einem praxisorientierten Vortrag zu Erfahrungen im Bereich Aussaat und Pflege von Rebzeilenbegrünung.

Workshop "Was blüht denn da?", Bernkastel-Kues 10.02.2017

Sehr interessiert lauschten die zahlreichen Zuhörer den neuen Informationen zum Thema Begrünung der Rebzwischenzeilen und Säume.

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Januar 2017

Im Rahmen des Projekts „Steillagenweinbau schafft Vielfalt – das Moselprojekt“ hat der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V. im Jahr 2016 insgesamt elf Nisthilfen aufgestellt. Bereits im vergangenen Winter entbuschte Rebbrachen werden seit Herbst 2016 ein zweites Mal vor allem von Brombeergebüsch befreit, andere Flächen erstmals einem Mulchgang unterzogen. Für mehr Blühvielfalt sowohl in Zwischenzeilen als auch in den Saumstrukturen wurden im Sommer verschiedene Saatgutmischungen entwickelt und die Ansaat für 2017 vorbereitet. Gesammelte Samen regionaltypischer Blühpflanzen werden inzwischen bereits in eigens dafür angelegten Saatbeeten weitervermehrt.


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07.12.2016, Trierer Volksfreund

Veldenzer gründen Solidargemeinschaft : Im Weinberg klar Schiff machen

Immer öfter sorgen Brachflächen in den Weinbergen für Ärger. Sie gelten als Brutstätten für Schädlinge. Mit einem Solidarprojekt wollen die Veldenzer diesen sogenannten Drieschen zu Leibe rücken – und erhalten Unterstützung vom Bauern- und Winzerverband. Weiter zum vollständigen Bericht (externer Link zu volksfreund.de).

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Termine
Kontakt

Ansprechpartnerinnen beim Bauern- und Winzerverband  Rheinland-Nassau e. V.
Karl-Tesche-Straße 3
56073 Koblenz

Anne Buchsbaum-Sehn und
Angela Holly-Keelan
Tel.: (+49) 0261 / 98 85 – 10 15
Mail: moselprojekt@bwv-net.de

Gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des
Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit sowie durch die Landwirtschaftliche Rentenbank