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Zeilenbegrünung

Das Moselprojekt hat es sich zur Aufgabe gemacht, einen Beitrag zum Erhalt der einzigartigen Weinkulturlandschaft des Moseltales zu leisten. An der Mittel- und Untermosel werden in den Jahren 2015 bis 2020 punktuell folgende Maßnahmen umgesetzt, die die Arten- und Lebensraumvielfalt im Steil- und Steilstlagenweinbau fördern und dabei in die Weinproduktion integrierbar sind:

Zeilenbegrünung

regionale Saatgutmischung | Selbstbegrünung

SpontanbegrünungMohn im Wein

 

 

 

 

 

 

 

 

Durch eine Begrünung mit regionalen Saatgutmischungen oder auch durch Selbstbegrünung werden die Lebensräume innerhalb der bewirtschafteten Flächen aufgewertet. Eine für den Standort typische Vegetation wird gesichert und dient als Nahrungsquelle für verschiedene Tierarten.

Die Begrünung erfolgt in jeder zweiten Zeile, die möglichst wenig befahren werden sollte. Einmal im Jahr, frühestens am 31. Mai, wird gemäht und anschließend gemulcht oder gewalzt. Bei entsprechenden Boden- und Witterungsbedingungen kann die Begrünung gern bis 31. Juli aufrechterhalten werden. Beim Mulchen können blütenreiche niedrige Pflanzen gefördert werden, die das Mikroklima und den Wasserhaushalt regulieren. Dafür wird die Mulchhöhe so eingestellt, dass der Bestand nicht bis zum Boden gemulcht wird, sondern lediglich die hohen bzw. stark wüchsigen Pflanzen gekappt werden.
Die Selbstbegrünung kann durch eine geringe Einsaatdichte der Begrünungsmischung bis hin zum kompletten Verzicht auf die Einsaat gefördert bzw. erreicht werden.

Mineralische Düngemittel kommen nicht zum Einsatz. Darüber hinaus gelten die Bestimmungen zum Pflanzenschutz aus dem Landesprogramm “Umweltschonender Steillagenweinbau”. Die Unkrautregulierung im Unterstock kann durch die Ansaat niedrig wachsender Pflanzen (z.B. Fetthenne, Kriechendes Fingerkraut) erfolgen. Grundsätzlich werden in den begrünten Zeilen keine Herbizide ausgebracht. Allerdings kann im Unterstockbereich in begründeten Ausnahmefällen (Wasserkonkurrenz, drohender Pilzbefall o.ä.) und in Absprache sowohl mit dem Projekt als auch mit Naturschutzfachkräften gemeinsam nach einer individuellen Lösung gesucht werden. Ziel ist es dabei stets, den hohen ökologischen Wet der Maßnahme zu erhalten, ohne die Leistungsfähigkeit der Rebanlage zu gefährden.

Zeilenbegrünung in jeder zweiten Zeile

 

Die Zusammensetzungen bereits in der Praxis angewendeter Begrünungsmischungen werden im Projekt überarbeitet. Ergänzt um weitere standorttypische Wildkräuter sind die Mischungen noch besser an die Bedürfnisse bestimmter Insektenarten angepasst.

Diese Maßnahme kann in direktzugfähigen Steillagen umgesetzt werden.

Die Materialkosten für Saatgut werden vergütet. Zusätzlich wird der zeitliche Aufwand mit 50 Euro je Stunde incl. MwSt. und für RMS  mit 95 Euro je Stunde incl. MwSt. entschädigt.
On top-Zahlung: Bei der Teilnahme an EULLE-Landesprogrammen werden die Leistungen, die zusätzlich zu den Vorgaben des “Umweltschonenden Steillagenweinbaus” nach EULLE erbracht werden, auch zusätzlich vergütet.

Hinweise zu Ansaat und Pflege von Zwischenzeilen- und Saumbegrünung

 

Erfahrungen aus dem Projekt

Saatgutmischungen für mehr Blühvielfalt in Zwischenzeilen
Im Laufe des Sommers wurden im Projekt „Steillagenweinbau schafft Vielfalt – das Moselprojekt“ des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Nassau die für die Erhöhung der Blühvielfalt in den Rebzwischenzeilen und Säumen vorgesehenen Saatmischungen entwickelt. Dies geschah in Zusammenarbeit mit dem Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) – Steillagenzentrum Bernkastel, Biotopberatern und Pflanzensoziologen. Bei der aus 28 Arten bestehenden Saatgutmischung für die Zwischenzeilenbegrünung wurden Aspekte wie Wuchshöhe, Regenerationsfähigkeit, Bodenbedeckung, Nährstoff- und Wasserbedarf und natürlich auch die Bedeutung als Nektar- und Futterpflanze für Insekten berücksichtigt.

Zur Zwischenzeilenmischung gehören Pflanzen wie Thymian und Wilder Dost, Spitzwegerich und Leinkraut, Johanniskraut, Schafgarbe, Walderdbeere und Kleines Habichtskraut.

Auf dem Saatgutmarkt sind manche Arten nicht oder nicht in ausreichender Menge als Regio-Saatgut verfügbar. Regio-Saatgut bedeutet, dass beispielsweise für das Moselprojekt nur Saatgut aus Rheinland-Pfalz und einigen angrenzenden Randgebieten verwendet werden darf. Deshalb hat ein professioneller Saatgutsammler im Auftrag des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau in der freien Landschaft an der Mosel gesammelt. Das Saatgut wird nun von einem Saatgutunternehmen gereinigt, getrocknet, gemischt und abgepackt. Teile des Saatguts gehen auch in die Weiterkultur für die kommenden Jahre, um aus dem regionalen Saatgut weiterhin und zukünftig weniger mühsam Regio-Saatgut gewinnen zu können.

Nur etwa 1,5 bis 2 g Saatgut sind pro Quadratmeter vorgesehen. Für die Ansaat, die erstmals für März 2017 geplant ist, wird die Samenmischung im Verhältnis 4:1 mit Sojaschrot ergänzt, da sie so gleichmäßiger auszubringen ist.

 

Maßnahmenkennblätter Moselprojekt

 

Hinweise zu den Landesprogrammen:

Bei der Umsetzung dürfen die naturschutzfachlichen Anforderungen der EULLa-Progamme nicht unterschritten werden.

Allerdings müssen die Betriebe bei EULLa im Förderzeitraum von fünf Jahren alle Rebflächen ordnungsgemäß und nach den Regeln des umweltschonenden Steil- und Steilstlagenweinbaus (UWS) bewirtschaften. Im Moselprojekt gelten abweichend davon folgende Vorgaben:

  • Mindestfläche im Unternehmen 0,1 ha. Damit besteht die Möglichkeit, zunächst auf Kleinstflächen zu testen. Der Betrieb verpflichtet sich nicht, alle Rebflächen nach den Projektzielen zu bewirtschaften. Bei EULLa müssen auf allen Flächen des Betriebes die Auflagen eingehalten werden (“Alles oder nichts”), bei einer Mindestfläche von 0,25 ha in Steil- bzw. 0,05 ha in Steilstlage.
  • Vertragslaufzeit zwei Jahre. Bei EULLa läuft der Verpflichtungszeitraum fünf Jahre.

Gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des
Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit sowie durch die Landwirtschaftliche Rentenbank