Menu

Offenhaltung brachliegender,
verbuschter Weinbergsflächen

Das Moselprojekt hat es sich zur Aufgabe gemacht, einen Beitrag zum Erhalt der einzigartigen Weinkulturlandschaft des Moseltales zu leisten. An der Mittel- und Untermosel werden in den Jahren 2015 bis 2020 punktuell folgende Maßnahmen umgesetzt, die die Arten- und Lebensraumvielfalt im Steil- und Steilstlagenweinbau fördern und dabei in die Weinproduktion integrierbar sind:

 

Offenhaltung brachliegender, verbuschter Weinbergsflächen

manuelle / maschinelle Freistellung | Beweidung

maschinelle EntbuschungEntbuschte Weinbergbrachfläche

 

 

 

 

 

 

 

 

Um die traditionelle Kulturlandschaft zu erhalten, werden Brachflächen entbuscht, so dass sich die charakteristischen floristischen und faunistischen Arten der regionaltypischen Offenlandbiotope wieder ansiedeln bzw. stabilisieren können. Dabei werden die Lebensraumansprüche der zu fördernden Zielarten berücksichtigt. Der Zeitpunkt und die Art der Pflege werden auf die vorkommenden Arten abgestimmt.
Eine erste Entbuschung erfolgt zwischen dem 01. Oktober bis zum 28. Februar. Die anschließende jährliche Offenhaltungspflege erfolgt nach Abstimmung im Projekt.

Diese Maßnahme kann auf Brachflächen in Steil- und Steilstlagen umgesetzt werden.

Die Vergütung erfolgt für die Entbuschung oder Erstpflege und für die anschließende Offenhaltungspflege über einen Zeitraum von ein bis vier Jahren:

  • Entbuschung/ Erstpflege 4.165 Euro je ha max. incl. MwSt.
  • Offenhaltung 1.469 Euro je ha max. incl. MwSt.
Brachflächenpflege durch Beweidung

Brachflächenpflege durch Beweidung

Erfahrungen aus dem Projekt

Brachflächenentbuschung – für mehr Vielfalt und gegen das Aufgeben
Den Maßnahmenbaustein „Entbuschung und Offenhaltung von Rebbrachen“ des Moselprojekts setzt der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau seit dem 01. Oktober 2016 weiter um. Bereits im vergangenen Winter entbuschte Rebbrachen werden ein zweites Mal vor allem von Brombeergebüsch befreit, andere Flächen erstmals einem Mulchgang unterzogen. Meist geschieht dies in Handarbeit. Die Flächen sind zu steil und enthalten Mauerreste, was die Bearbeitung mit Maschinen unmöglich macht. Bei der Bearbeitung werden Kleinstrukturen erhalten, so dass verbleibende Strauchgruppen auch weiterhin für Lebensraumvielfalt sorgen. Bevorzugt freigestellt werden Brachen, deren weitere Offenhaltung auch über die Laufzeit des Moselprojekts hinaus gesichert ist. Nach 2020 übernehmen Ökostiftungen die jährliche Pflege. Langfristig entsteht eine Offenlandschaft mit blühenden vielfältigen Trockenrasengesellschaften, die auch dem Ortsbild und der Weinkulturlandschaft der Mosel zu Gute kommt.

Im Projekt werden bei einem Teil der Brachflächen etwa 3 Meter breite Randstreifen um Brachflächen zurückgeschnitten, die in direkter Nachbarschaft zu bewirtschafteten Rebflächen liegen. Dadurch werden der Schädlings- und Schattendruck sowie weitere negative Effekte wie die Veränderung des Kleinklimas auf die bewirtschaftete Fläche verringert. Das Projektteam hofft, so der um sich greifenden Aufgabe von Rebflächen entgegen zu wirken. Winzer, die diese Arbeiten selbst durchführen, erhalten für ihren Arbeitsaufwand Förderung durch das „Moselprojekt“.

Besonders interessant ist die Initiative einer Moselgemeinde, die eine Solidargemeinschaft zur Bewältigung der Brachensituation geschaffen und eine entsprechende Gemeinschaftskasse eingerichtet hat. Das gibt Anlass zur Hoffnung, dass auch nach dem Ende des Moselprojekts weiterhin gegen die Verbuschung unserer Weinkulturlandschaft vorgegangen wird.

Brachfläche vor Entbuschung

Brachfläche vor der Entbuschung

Brachfläche nach Entbuschung

Brachfläche nach der Entbuschung

Maßnahmenkennblätter Moselprojekt

 

Hinweise zu den Landesprogrammen:

Bei der Umsetzung dürfen die Anforderungen der EULLa-Progamme nicht unterschritten werden. Eine gleichzeitige Förderung einer Fläche durch die Landesprogramme “Freistellungspflege und Offenhaltungspflege in Weinbergslagen” und das Projekt ist nicht möglich.

 

Gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des
Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit sowie durch die Landwirtschaftliche Rentenbank